Rückblick 2012

Im folgenden dokumentieren wir den Bericht des Läuft Nicht! Bündnis über die Aktionen gegen den Naziaufmarsch im Oktober 2012. Außerdem haben wir ein paar weitere Berichte aufgelistet und verlinkt.

Entschlossener Widerstand gegen Naziaufmarsch in Göppingen Eine erste Einschätzung

68562Der seit mehreren Monaten geplante und süddeutschlandweit beworbene Aufmarsch von Faschisten in Göppingen konnte am 6. Oktober nur begleitet von vielfältigen, unkalkulierbaren und entschlossenen antifaschistischen Protesten stattfinden und musste nach einer Routenverkürzung abgebrochen werden.

Von den 400 angekündigten Nazis zogen letztendlich etwa 150 mit einer knapp zweistündigen Verspätung, die der unübersichtlichen Lage vor Ort und einem Kabelbrand auf der Bahnstrecke geschuldet war, vom Göppinger Bahnhof durch die östliche Innenstadt zur Arbeitsagentur und von dort wieder zurück. Die Faschisten wurden permanent übertönt und immer wieder mit direktem antifaschistischem Widerstand konfrontiert. Letztendlich wurde der Aufmarsch der Nazis auf dem Weg zurück zum Bahnhof abgebrochen und die Polizei sah sich gezwungen die Faschisten kurzzeitig in „Schutzhaft“ zu nehmen, um eine Abschlusskundgebung vor dem weitläufig abgeriegeltem Bahnhof schließlich dennoch stattfinden zu lassen.

Beschützt wurden die Faschisten von über 2000 Polizisten, die den gesamten Tag über mit großer Brutalität gegen die Nazigegnerinnen und Nazigegner vorgingen. Schon am Morgen kam es zu peniblen Kontrollen im gesamten Stadtgebiet, ein Bus mit Antifaschistinnen und Antifaschisten wurde über mehrere Stunden hinweg festgehalten und kontrolliert, eine angemeldete und genehmigte Kundgebung des DGB vor der Arbeitsagentur wurde kurzfristig verboten, um den Nazis so die gewünschte Demoroute zu ermöglichen. Über 150 anreisende Antifaschistinnen und Antifaschisten wurden neben dem Göppinger Bahnhof über längere Zeit eingekesselt und von Polizeikräften mit Schlagstöcken und Pfefferspray attackiert.

Trotz aller Schikanen und Übergiffen nahmen etwa 2000 Nazigegnerinnen und Nazigegner an den Kundgebungen und Protesten teil. Bis zur Abreise der Neonazis entwickelten sich immer wieder entschlossene und kämpferische Protestformen. Antifaschistinnen und Antifaschisten versuchten mehrmals trotz Polizeiabsperrungen auf die Route der Nazis zu gelangen um diese zu blockieren. Den ganzen Tag über zogen spontane antifaschistische Demonstrationen mit bis zu 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmern durch die Göppinger Innenstadt.

Insgesamt kam es im Laufe des Tages zu mehr als 100 Ingewahrsamnahmen, mehreren Festnahmen und zahlreichen Verletzten durch Schlagstock- und Pfeffersprayeinsätze. Vor der Gefangenensammelstelle sammelten sich am Abend einige Antifaschistinnen und Antifaschisten um sich mit den Festgenommenen zu solidarisieren und Unterstützung zu organisieren.

Quelle: laeuft-nicht.tk

Weitere Berichte:

Antifaschistische Aktion (Aufbau) Stuttgart

Antifaschistische Gruppe Göppingen (Pressemitteilung)

Blick nach rechts (dokumentiert von der Antifaschistischen Gruppe Göppingen)

Ein Poesiealbum

Filstalwelle (Videobeitrag)

Netz gegen Nazis

Stuttgarter Zeitung

Zeit

Videos 1 und 2 von der Nazidemo

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